Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETFs)

Indexfonds sind mit Aktien bestückte Investmentfonds, die einen Aktienindex abbilden. Indexfonds zählen steuerlich zu den Verlierern der Abgeltungssteuer. Unterschieden werden müssen

  • Klassische Indexfonds, die nur bei einem Emittenten gekauft und verkauft werden können.
  • Exchange Traded Funds, kurz ETFs, die direkt an der Börse gehandelt werden. ETFs bilden einen Index wie DAX, EuroStoxx 50 oder den amerikanischen S&P 500 nach und verfolgen ihn automatisch, Dividenden fließen mit in den Fonds ein, er wird nicht aktiv gemanagt und ist deshalb bei Gebühren und sonstigen Kosten sehr günstig.

ETFs funktionieren ähnlich wie Index-Zertifikate, indem sie einen Index abbilden. Anders als bei vielen Index-Zertifikaten, bei denen die Bank die Dividenden einstreicht, kommen die Dividenden dem Anleger zu Gute. ETFs sind nicht sonderlich populär, weil sie Bankberatern und Finanzvermittlern wegen ihrer geringen Gebühren keine großen Provisionen bescheren und deshalb oft nicht aktiv empfohlen werden.

Beim Kauf von ETFs wird – neben den Ordergebühren der Depot-führenden Bank – ein so genannter Spread fällig. Mit Spread bezeichnet man die Spanne zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufskurs, die bei DAX-Indexfonds gerade mal 0,15 Prozent beträgt. Für das Management des Fonds berechnen die Anbieter zwischen  0,15 bis 0,6 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Zum Vergleich: Bei einem gemanagten Aktienfonds beträgt der Ausgabeaufschlag bis zu 6 Prozent, die Managementgebühren bis zu 2 Prozent pro Jahr. Wegen ihrer günstigen Kosten- und Anlagestruktur bieten ETFs daher gute Renditechancen für Anleger.

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

Bei Indexfonds gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Investmentfonds:

  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen und jährliche Dividenden werden nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert.
  • Thesaurierte Gewinne werden von der Fondsgesellschaft im Jahresbericht angezeigt und müssen gegenüber dem Fiskus erklärt werden.
  • Steuerfrei bleiben innerhalb des Fonds realisierte Kursgewinne.
  • Der Verkauf von Fondsanteilen nach einem Jahr und einem Tag ist steuerfrei (Spekulationsfrist).

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

Indexfonds bieten aufgrund ihres passiven Managements und ihrer Gebührenstruktur einen Renditevorteil gegenüber allen anderen Fonds.

Beim Verkauf eines Indexfonds gilt jedoch, was auch auf Aktienfonds zutrifft:

  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen, die vor 2009 gekauft und länger als ein Jahr gehalten werden, bleiben steuerfrei.
  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen, die nach dem 1. Januar 2009 gekauft werden, werden mit 25 % Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) versteuert. Die Spekulationsfrist entfällt, es macht keinen Unterschied, wie lange die Anteile gehalten werden.
  • Es macht steuerlich keinen Unterschied, ob Dividenden und Zinseinkünfte jährlich ausgezahlt oder thesauriert werden: Auf diese Einkünfte ist auf jeden Fall Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) fällig.
  • Um eine Doppelbesteuerung bei thesaurierenden Fonds zu vermeiden (sie zahlen die Gewinne ja nicht aus), werden die jährlich versteuerten Erträge beim Fondsverkauf aus dem Kursgewinn herausgerechnet. Die Banken sind verpflichtet, diese Daten über Jahrzehnte vorzuhalten. Aber: Der einzelne Steuerzahler ist letztlich erklärungspflichtig, deshalb sollte er die Jahresberichte der Fonds für Nachfragen des Fiskus aufheben.

Unterm Strich

Indexfonds zählen – ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten betrachtet – zu den Verlierern der Abgeltungssteuer. Aber: Die Vorteile eines Investments in diese Wertpapiere sind bessere Renditen aufgrund ihres passiven Managements und vor allem ihrer Gebührenstruktur. Außerdem sollte – anders als bei aktiv gemanagten Fonds – ein Umschichten in andere Fonds nicht erforderlich sein, da das Risiko eines schlechten Fonds-Managements wegfällt. Die Rendite von Indexfonds entspricht immer mehr oder weniger genau dem zugrunde liegenden Index.

Zudem gilt: Wer sie in 2008 kauft und länger als ein Jahr hält, zahlt später dafür keine Abgeltungssteuer und auch keine Spekulationssteuer.

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