Mischfonds

Als Mischfonds werden Investmentfonds bezeichnet, die sowohl in Aktien, Rentenpapiere, Geldmarkttitel als auch in Immobilien-Sondervermögen anlegen. Mischfonds zählen in punkto Abgeltungssteuer eher zu den Verlierern der Abgeltungssteuer.
Es gibt spezialisierte Mischfonds, die sich auf eine bestimmte Anlageklasse (Aktien, Renten oder eine Mischung von beiden sowie Immobilien) oder auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Die einzelnen Fonds im Mischfonds bezeichnet man als „Zielfonds“ oder „Subfonds“. Außerdem wird zwischen Mischfonds unterschieden, die angesammelte Dividenden und Zinseinkünfte jährlich auszahlen oder ansammeln und wieder anlegen (thesaurieren). Ziel von Mischfonds ist es, durch die breite Streuung der Anlagen das Risiko zu verringern.

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

Bei Mischfonds gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Investmentfonds:

  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen und jährliche Dividenden werden nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert, d.h die Hälfte der anfallenden Einkünfte wird nach dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
  • Thesaurierte Gewinne werden von der Fondsgesellschaft im Jahresbericht angezeigt und müssen gegenüber dem Fiskus erklärt werden.
  • Steuerfrei bleiben innerhalb des Fonds realisierte Kursgewinne und Terminmarktgeschäfte.
  • Der Verkauf von Fondsanteilen nach einem Jahr und einem Tag ist steuerfrei (Spekulationsfrist).

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen, die vor 2009 geauft und länger als ein Jahr gehalten werden, bleiben steuerfrei.
  • Kursgewinne bei Verkauf von Fondsanteilen, die nach dem 1..Januar 2009 gekauft werden, werden mit 25 % Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) versteuert. Die Spekulationsfrist entfällt, es macht keine Unterschied, wie lange die Anteile gehalten werden.
  • Es macht steuerlich keinen Unterschied, ob Dividenden und Zinseinkünfte jährlich ausgezahlt oder thesauriert werden: Auf diese Einkünfte ist auf jeden Fall Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) fällig.
  • Um eine Doppelbesteuerung bei thesaurierenden Fonds zu vermeiden (sie zahlen die Gewinne ja nicht aus), werden die jährlich versteuerten Erträge beim Fondsverkauf aus dem Kursgewinn herausgerechnet. Die Banken sind verpflichtet, diese Daten über Jahrzehnte vorzuhalten. Aber: Der einzelne Steuerzahler ist letztlich erklärungspflichtig, deshalb sollte er die Jahresberichte der Fonds für Nachfragen des Fiskus aufheben.

Unterm Strich

Mischfonds zählen wie andere Aktienfonds unter steuerlichen Gesichtspunkten eher zu den Verlierern der Abgeltungsteuer. Aber werden Mischfonds noch in 2008 gekauft, wird ihr Verkauf nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei bleiben.
Allerdings sollten Anleger nicht nur steuerliche Aspekte im Blick haben, sondern die Gesamtrendite. Die lag bisher meist unter der echter Aktienfonds. Dies liegt an der häufig unklaren Gebührenstruktur bzw. an vergleichsweise hohen Gebühren.

Tags: , , , Nach oben | | Artikel versenden