Finanzinnovationen

Mit Finanzinnovationen bezeichnet der Fiskus seit 1994 Wertpapiere, die steuerpflichtige Zinsen in steuerfreie Kursgewinne umwandeln sollen. Finanzinnovationen zählen zu den Gewinnern der Abgeltungssteuer.  Zu den Finanzinnovationen zählen unter anderem:

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

  • Kapitalerträge aus Finanzinnovationen werden immer mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, egal ob es sich dabei um Kurs- oder Zinsgewinne handelt, und unabhängig davon, wie lange das Wertpapier gehalten wurde.
  • Für die Berechnung wird meist der rechnerische Gewinn, die so genannte Emissionsrendite, seltener der tatsächliche Gewinn, die so genannte Marktrendite, zugrunde gelegt. Die Emissionsrendite ist die bei Ausgabe eines Wertpapiers von vornherein zugesagte Rendite ohne Berücksichtigung von marktbedingten Kursschwankungen. Die Marktrendite berücksichtigt die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
  • Verluste aus Finanzinnovationen können mit anderen Einkünften verrechnet werden, die in den persönlichen Steuersatz eingehen – von Zinsgewinnen bis zu Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit.

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

  • Kapitalerträge aus Finanzinnovationen werden immer mit 25 % Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) versteuert. Für die Berechnung wird der tatsächliche Gewinn, die so genannte Marktrendite, zugrunde gelegt.
  • Verluste aus Finanzinnovationen können nur noch eingeschränkt mit anderen Einkünften verrechnet werden – nämlich mit positiven Kapitaleinkünften wie Zinsen. Nicht hingegen mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung oder aus nichtselbständiger Arbeit.

Unterm Strich

Finanzinnovationen zählen zu den Gewinnern der Abgeltungssteuer. Die Ersparnis bei Investments fällt umso höher aus, je höher der persönliche Einkommensteuersatz ist.

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