Exchange Traded Commodities (ETCs)

Exchange Traded Commodities (ETCs) sind börsengehandelte Wertpapiere, die Anlegern eine Investition in die Anlageklasse Rohstoffe (engl.: Commodities) erlauben. ETCs zählen eigentlich zu den Verlieren der Abgeltungssteuer. Doch es gibt eine Ausnahme.
ETCs sind eigentlich eine Sonderform von Zertifikaten, nämlich Schuldverschreibungen der Emittenten ohne Laufzeitbegrenzung, die Ansprüche des Anlegers auf eine bestimmte Menge eines Rohstoffs verbriefen. Allerdings funktionieren ETCs ähnlich wie Indexfonds (engl. Exchange Traded Funds oder ETFs). Zu unterscheiden sind drei Konstruktionen:

  • Der Käufer erwirbt einen Zahlungsanspruch gegen das emitierende Geldinstitut. Es sollte zahlungskräftig sein, sonst droht möglicherweise Totalverlust.
  • Der Käufer erwirbt physisch besicherte ETCs. Es existieren tatsächlich Rohstoffbestände, mit denen die ETCs abgesichert werden und ein Treuhänder wacht über das vorhandene Gold.
  • Der Käufer erwirbt das Recht auf die Lieferung einer Menge des Rohstoffs Gold. Diese ETC-Konstruktion bietet bisher nur die Deutsche Börse Commodities, eine Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG an.

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

Kapitalerträge aus ETCs fallen durch Kursgewinne an.

  • Kursgewinne sind steuerfrei, wenn die ETCs länger als ein Jahr besessen werden.
  • Steuern fallen auf Spekulationsgewinne an, wenn die ETCs kürzer als ein Jahr gehalten werden. Der Gewinn wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

Ob sich die Abgeltungssteuer nachteilig auf ETCs auswirkt, hängt, wie auch bei Zertifikaten, wesentlich von ihrem Kaufdatum ab. Unterschieden wird zwischen ETCs, die

  • spätestens am 14. März 2007 gekauft wurden („Altfälle“)
  • zwischen dem 14. März 2007 und dem 31. Dezember 2008 gekauft wurden und bis spätestens 30. Juni 2009 wieder verkauft werden
  • nach dem 31. Dezember 2008 gekauft wurden bzw. ETCs, die nach dem 14. März 2007 gekauft wurden und über den 30. Juni 2009 hinaus gehalten werden.

Für Gewinne, die im Rahmen der Szenarien 1 und 2 anfallen, gelten die alten Steuerregeln, für Szenario 3 werden 25 % Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) fällig.

Ausnahme:
Die ETC-Konstruktion der Deutsche Börse Commodities unterliegt nach derzeitigem Kenntnisstand nicht der Abgeltungssteuer. Diese ETCs haben einen verbrieften Lieferanspruch auf den Rohstoff Gold, also auf eine Ware. Der Abgeltungssteuer unterliegen aber nur ETCs – wie bei Zertifikaten -, die einen wie auch immer strukturierten oder gearteten Zahlungsanspruch verbriefen. Stattdessen gilt für diese ETC-Konstruktion die „alte“ Spekulationsfrist:

  • Gewinne müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, wenn die ETCs innerhalb von zwölf Monaten wieder verkauft werden, danach sind Gewinne steuerfrei.
  • Auch eine Ausübung dieses ETCs, also die tatsächliche Lieferung von Gold und ein späterer Verkauf des Goldes, ändern nichts.
  • Für die Frist gilt das Kaufdatum des ETCs, aber das Verkaufsdatum des physischen Goldes.

Unterm Strich

ETCs zählen zu den Verlieren der Abgeltungssteuer.

Ausnahme: Die ETC-Konstruktion der Deutsche Börse Commodities, die einen verbrieften Lieferanspruch auf den Rohstoff Gold hat. Hierfür gilt die alte Spekulationsfrist und nicht die Abgeltungssteuerregelung.

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