Aktienanleihen

Aktienanleihen sind Wertpapiere, die der Anleger zu einem bestimmten Kurswert erwirbt und dafür hohe jährliche Zinsausschüttungen erhält. Am Ende der Laufzeit gibt es entweder den Nennbetrag zurück oder eine vorher festgelegte Anzahl von Aktien. Aktienanleihen fallen unter die so genannten Finanzinnovationen, die zu den Gewinnern der Abgeltungssteuer zählen.

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

Aktienanleihen sind unter steuerlichen Gesichtspunkten keine einfachen Wertpapiere wie etwa Aktien.

  • Die jährlichen Zinseinnahmen werden nach dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, zuvor wird von der Bank die Zinsabschlagsteuer (30% plus Soli) einbehalten.
  • Dies gilt ebenso für Stückzinsen (zeitanteilige Zinserstattungen), die beim Verkauf ausgezahlt werden.
  • Stückzinsen, die beim Kauf aufgrund eines Vorbesitzers der Anleihe berechnet werden, können hingegen als negative Zinseinkünfte steuerlich geltend gemacht werden.
  • Auf Kursgewinne muss bei Aktienanleihen der persönliche Einkommensteuersatz bezahlt werden (die Bank behält zuvor Zinsabschlagsteuer plus Soli ein).
  • Kursverluste können hingegen als negative Einkünfte steuerlich geltend gemacht und mit anderen Einkünften verrechnet werden.
  • Die Verrechnung gilt auch bei Rückzahlung in Form von Aktien. Kursgewinne bei Verkauf dieser Aktien innerhalb eines Jahres sind Spekulationsgewinne und müssen entsprechend nach dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

  • Ob Zinseinkünfte oder Kursgewinne – bei Aktienanleihen müssen ab 1. Januar 2009 nur 25% Abgeltungssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) gezahlt werden.
  • Dies gilt auch für vor dem 1. Januar 2009 gekaufte Aktienanleihen.
  • Aber: Aktien, die als Rückzahlung noch 2008 ins Depot gebucht werden, gelten als Neuerwerb. Werden sie innerhalb eines Jahres (also auch erst 2009) verkauft, gilt für sie die Spekulationsfrist und sie werden zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.

Unterm Strich

Aktienanleihen sind Gewinner der Abgeltungssteuer. In der Regel dürften 25% Abgeltungssteuer (sowie 5,5% Solidaritätszuschlag plus ggf. Kirchensteuer) unter dem persönlichen Einkommensteuersatz liegen.

Für den Fall der Rückzahlung von Aktienanleihen in Form von Aktien im Jahr 2008 gilt:

  • Steigt deren Wert innerhalb von 12 Monaten, sollten die Wertpapiere erst nach einem Jahr verkauft werden und der erzielte Gewinn ist steuerfrei.
  • Sinkt deren Wert unter den Wert zum Einbuchungszeitpunkt, muss überlegt werden, ob die Aktie noch in 2008 verkauft wird. Grund: Die sich aus dem Verkauf ergebenden Verluste können noch 2008 geltend gemacht und mit anderweitigen Einkünften verrechnet werden. Dies wird ab 2009 nicht mehr möglich sein.
  • Aktien, die erst 2009 als Rückzahlung ins Depot gebucht werden, gelten als Neuerwerb.
    Persönlicher Einkommensteuersatz
    20%
    30%
    42%
    45%
    Belastung von Zinseinkünften in Höhe von 1000 Euro (inkl. 5,5% Soli, ohne Kirchensteuer, Günstigerprüfung*, ohne Freibeträge) bis 2009 (Einkommensteuer)
    211,00
    316,50
    443,10
    474,80
    ab 2009 (Abgeltungssteuer)
    211,00
    263,80
    263,80
    263,80
    Gewinn
    0
    52,70
    179,30
    211,00

    * Steuertipp Günstigerprüfung: Ledige / Verheiratete mit einem Jahreseinkommen unter 15.000 Euro / 30.000 Euro sollten ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Steuerklärung angeben, weil ihr persönlicher Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatz liegt und sie so von der Bank bereits abgeführte Abgeltungssteuer zurückbekommen. Oder sie haben einen Freistellungsauftrag gestellt.

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