Bundesschatzbriefe, Pfandbriefe

Bundesschatzbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere des Bundes (www.deutsche-finanzagentur.de), deren Zinssätze über die Laufzeit ansteigen. Pfandbriefe sind festverzinsliche Anleihen. Diese Zinspapiere zählen zu den Gewinnern der Abgeltungssteuer. Es gibt zwei Sorten von Bundesschatzbriefen:

  • Typ A – Die Laufzeit beträgt 6 Jahre. Die Zinsen werden am Ende jedes Laufzeitjahres ausgezahlt und sind zum Zeitpunkt der Zinszahlung steuerpflichtig.
  • Typ B – Die Laufzeit beträgt 7 Jahre. Die Zinsen werden erst am Laufzeitende zusammen mit der Rückzahlung des Nennwertes (Anlagebetrages) ausgezahlt. Der gesamte Zinsertrag ist bei Fälligkeit steuerpflichtig.

Unter Pfandbriefen versteht man festverzinsliche Anleihen, die durch gewerbliche oder private Immobilienkredite (Hypothekenpfandbriefe) oder Kredite an die öffentliche Hand (Öffentliche Pfandbriefe) gesichert sind.

Regelung bis 31.12.2008 (ohne Abgeltungssteuer)

Zinserträge werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Die Banken sind verpflichtet, von jedem Zinsertrag vorab 30 % Zinsabschlagsteuer (plus Soli) an den Fiskus abzuführen, es sei denn, ein Freistellungsauftrag liegt vor.

Nur wenn diese Einkünfte aus Kapitalvermögen unter den Freibeträgen für Ledige (750 Euro plus 51 Euro Werbungskostenpauschale) und Ehepaare (1500 Euro plus 102 Euro) liegen, bleiben Sie steuerfrei (Sparerfreibetrag).

Alle über den Freibetrag hinausgehenden Kapitalgewinne erhöhen das zu versteuernde Einkommen (Steuerprogression).

Über die Werbungskostenpauschale hinausgehende Werbungskosten können abgezogen werden.

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

Ab 1. Januar werden 25 % Abgeltungssteuer (Plus Soli und ggf. Kirchensteuer) fällig.

Der Sparerfreibetrag und die Werbungskostenpauschale werden zu einem Sparerpauschbetrag von 801 Euro (Ledige / Singles) bzw. 1602 Euro (Ehepaare) zusammengefasst. Die Möglichkeit entfällt, tatsächlich angefallene Werbungskosten (z. B. Depot- und Verwaltungsgebühren) abzuziehen.

Unterm Strich

Bei Bundesschatzbriefen vom Typ A wird jedes Jahr die Abgeltungssteuer fällig.
Bundesschatzbriefe vom Typ B und Pfandbriefe sind Gewinner der neuen Abgeltungssteuer. Bei Typ B-Schatzbriefen wird der Zinsertrag in die Zeit nach dem 1. Januar 2009 verschoben. Die Zinsen bei Pfandbriefen werden pauschal und damit geringer als heute versteuert.

Anleger in diese Zinspapiere profitieren von der Abgeltungssteuer, weil sie in der Regel unter ihrem persönlichen Einkommensteuersatz liegen wird.

Persönlicher Einkommensteuersatz
20%
30%
42%
45%
Belastung von Zinseinkünften in Höhe von 1000 Euro (inkl. 5,5% Soli, ohne Kirchensteuer, Günstigerprüfung*, ohne Freibeträge) bis 2009 (Einkommensteuer)
211,00
316,50
443,10
474,80
ab 2009 (Abgeltungssteuer)
211,00
263,80
263,80
263,80
Gewinn
0
52,70
179,30
211,00

* Steuertipp Günstigerprüfung: Ledige / Verheiratete mit einem Jahreseinkommen unter 15.000 Euro / 30.000 Euro sollten ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen in der Steuerklärung angeben, weil ihr persönlicher Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatz liegt und sie so von der Bank bereits abgeführte Abgeltungssteuer zurückbekommen. Oder sie haben einen Freistellungsauftrag gestellt.

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