Was ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer wurde am 25. Mai 2007 vom Bundestag im Zuge der Unternehmenssteuerreform beschlossen. Sie ist am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Abgeltungsteuer bedeutet, dass alle Kapitalerträge, die nicht in einem Unternehmen anfallen, mit einem einheitlichen Steuersatz besteuert werden. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Nach oben | | Artikel versenden

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer?

Der Steuersatz beträgt pauschal 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (= 1,375 %), in der Summe beläuft sich die Abgeltungssteuer also auf 26,375 %. Hinzu kommt gegebenenfalls die Kirchensteuer von 9 % (Bayern und Baden-Württemberg: 8 %). Da die Kirchensteuer sonderabzugsfähig ist und somit das zu versteuernde Einkommen senkt, beträgt die Abgeltungssteuer in diesem Fall 24,45 % plus Solidaritätszuschlag (= 1,34 %) plus Kirchensteuer (= 2,19 % bzw. 2,2 %). Die Gesamt-Steuerbelastung durch die Abgeltungssteuer inklusive Soli und Kirchensteuer beträgt also 27,8 % (Bayern und Baden-Württemberg) bzw. 27,9 % (restliche Bundsländer).

Nach oben | | Artikel versenden

Gibt es für Anleger Übergangsfristen?

Ja. Kursgewinne auf alle Wertpapiere, die bis zum 31. Dezember 2008 gekauft wurden und im eigenen Depot liegen, bleiben steuerfrei.

Ausnahme: Zertifikate (etwa: Discount-, Bonus-, Index- oder Hebelzertifikate) sind in der Regel von der Abgeltungssteuer betroffen, auch wenn sie schon vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden.

Ausnahme von der Ausnahme: Zertifikate, die bis spätestens zum 14. März 2007 gekauft wurden (Beschluss des Bundeskabinetts zur Einführung der Abgeltungssteuer) oder Zertifikate, die bis spätestens 30. Juni 2009 wieder verkauft werden.

Nach oben | | Artikel versenden

Muss ich selbst die Abgeltungssteuer ans Finanzamt abführen?

Nein. Die Abgeltungssteuer wird direkt von der Bank oder der Fondsgesellschaft an den Fiskus abgeführt (an der Quelle). Die Bank zahlt die Kapitalerträge an den Anleger – abzüglich Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, die direkt ans Finanzamt überwiesen werden.

Nach oben | | Artikel versenden

Warum heißt die Abgeltungssteuer Abgeltungssteuer?

Offiziell heißt die Abgeltungssteuer Kapitalertragsteuer. So hieß sie nämlich bisher auch schon. Es hat sich aber der Begriff der Abgeltungssteuer eingebürgert. In Wirklichkeit ist die Abgeltungssteuer eine Quellensteuer, denn die Steuer auf Kapitalerträge wird direkt dort erhoben, wo sie auflaufen — an der Quelle, nämlich in der Bank.

Nach oben | | Artikel versenden

Stimmt die Schreibweise „Abgeltungssteuer“ überhaupt?

Nein. Im Amtsdeutsch wird die Abgeltungsteuer mit einem „s“ geschrieben. Auf dieser Website benutzen wir aber die Schreibweise Abgeltungssteuer, weil sie sich so eingebürgert hat. Und, seien Sie mal ehrlich, haben Sie nicht auch Abgeltungssteuer mit Doppel-„s“ geschrieben?
Übrigens: Bei Google gibt es ungefähr dreimal so viele Websites, auf denen Abgeltungssteuer mit Doppel-„s“ als mit einem „s“ geschrieben werden.

Nach oben | | Artikel versenden