Gibt es weiterhin einen Sparerfreibetrag?

Ja, allerdings in veränderter Form. Der bisherige Sparerfreibetrag heißt nun Sparerpauschbetrag. Die Höhe beträgt 801 € (Verheiratete 1602 €).

Regelung bis 31.12.2008

Zinseinkünfte bis zu einer Höhe von 750 € (zusammen veranlagte Paare bis 1500 €) müssen gar nicht versteuert werden (Sparerfreibetrag). Diese Regelung gilt bis einschließlich 31. Dezember 2008. Außerdem können Werbungskosten (etwa die Reise zur Hauptversammlung einer AG, deren Aktien man besitzt) steuerlich geltend gemacht werden. Wer solche Ausgaben nicht hat, kann zumindest die Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 € (Verheiratete 102 €) geltend machen.

Neue Regelung ab 1.1.2009 (mit Abgeltungssteuer)

Bis einschließlich 801 € (Ehepaare 1602 €) bleiben Kapitaleinkünfte auf jeden Fall steuerfrei. Versteuert werden muss alles, was über 801 € (Ehepaare 1602 €) liegt. Mit dem Sparerpauschbetrag sind auch die Werbungskosten abgedeckt. Darüber hinausgehende Kosten können nicht mehr geltend gemacht werden.

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Braucht man noch einen Freistellungsauftrag?

Ja. Zwar gilt der alte Freistellungsauftrag weiter, doch man sollte bei seiner Bank einen neuen Freistellungsauftrag anfordern. In diesem Fall kann man der Bank nämlich gleich mitteilen, welcher Konfession man angehört. Oder dass man konfessionslos ist und dementsprechend auch keine Kirchensteuer auf die Abgeltungssteuer erhoben und ans Finanzamt weitergeleitet werden muss.

Sollte kein Freistellungsauftrag bei der Bank vorliegen, wird diese in jedem Fall Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag an den Fiskus abführen.

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Kann man auf seinen Freistellungsauftrag verzichten?

Das sollte man nicht tun. In diesem Fall müsste man sich zuviel gezahlte Steuern nachträglich in der Steuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Dies geschieht, indem man die Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung angibt. Ein nicht unbeträchtlicher Aufwand, den man mit einem Freistellungsauftrag gleich vermeidet. Außerdem hat das Finanzamt bei nicht vorliegendem Freistellungsauftrag das Recht auf einen Kontoabruf. Das will man eigentlich nicht, oder?

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Was passiert, wenn man keinen Freistellungsauftrag gestellt hat?

In diesem Fall führt die Bank auf alle Kapitaleinkünfte 25% Abgeltungssteuer sowie 5,5% Solidaritätszuschlag auf den Abgeltungssteuerbetrag und gegebenenfalls Kirchensteuer an den Fiskus ab. Dies käme dem Verzicht auf den Sparerpauschbetrag von 801 € für Einzelpersonen beziehungsweise 1602 € für Verheiratete gleich. Diesen Betrag kann man sich zurückholen, wenn man seine Kapitaleinkünfte in die persönliche Steuererklärung aufnimmt.

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Was passiert, wenn man mehrere Freistellungsaufträge erteilt hat und diese nicht optimal verteilt sind?

Dieser Fall ist sogar der Regelfall, denn niemand weiß genau am Anfang eines Jahres, wie sich die Einkünfte verschiedener Konten und Depots entwickeln. So kann es passieren, dass bei Bank X der Freistellungsauftrag zu hoch und bei Bank Y zu niedrig ausfällt. Letztere Bank würde dann schon Abgeltungssteuer abführen, obwohl insgesamt der Sparerpauschbetrag von 801 € für Einzelpersonen beziehungsweise 1602 € für Ehepaare noch gar nicht überschritten worden ist. In diesem Fall lohnt es sich, die Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung anzugeben.

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