Welche Kapitalerträge fallen seit 1. Januar 2009 unter die Abgeltungssteuer?

Folgende Kapitalerträge fallen seit 1. Januar 2009 unter die Abgeltungssteuer:

  • realisierte Kursgewinne
  • Spekulationsgewinne
  • Dividenden
  • Zinserträge
  • Bonuszahlungen

Im Einzelnen: Kursgewinne von Wertpapieren werden von der Bank entweder beim Verkauf oder bei Fälligkeit direkt versteuert.

Zinserträge und Dividenden werden von der Bank versteuert, wenn sie dem Konto oder Depot zufließen oder gutgeschrieben werden, beispielsweise bei Aktien nach der Hauptversammlung, wenn die Dividenden ausgezahlt werden.

Diese Regel gilt für Aktien, Aktien-Anleihen, Bundesschatzbriefe, Sparkonten, Tagesgeldfonds oder andere Investments, bei denen Kursgewinne erzielt werden. Es werden jeweils 25% Abgeltungssteuer sowie der Solidaritätszuschlag auf den Abgeltungssteuerbetrag und ggf. Kirchensteuer je nach Bundesland fällig.

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Für welche Kapitalerträge wird keine Abgeltungssteuer fällig?

Wichtigste Ausnahme: Kursgewinne auf Wertpapiere (mit Ausnahme von Zertifikaten), die vor dem Ende des Jahres 2008 gekauft wurden, fallen nicht unter die Abgeltungssteuer.

Auch Immobilien, edle Metalle wie Gold, Silber, Platin, Palladium (in Waren oder als Münzen), Antiquitäten, Münzsammlungen, Kunstwerke, Riester- Verträge, Rürup-Verträge, Erträge aus dem geschlossenen Fonds (u.a. Schiffe, Immobilien) sowie Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse, Direktzusage) fallen nicht unter die Abgeltungssteuer, ebenso wenig wie Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Desweiteren Kapitalerträge aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung sowie Zinsen aus Gesellschafterdarlehen (das sind Darlehensverträge zwischen nahe stehenden Personen).

Für alle hier aufgeführten Einkünfte gelten die bisherigen Steuervorschriften und Steuergesetze und nicht die Abgeltungssteuer.

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Wann muss man weniger Steuer auf seine Kapitalerträge zahlen als die 25% Abgeltungssteuer?

Dies ist eine Frage nach dem so genannten persönlichen Grenzsteuersatz. Dieser ist erreicht bei einem Jahreseinkommen von etwa 15.000 € für Einzelpersonen und etwa 30.000 € für zusammen veranlagte Ehepaare. Liegt der persönliche Grenzsteuersatz unter 25%, sollte man die Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung angeben und die Veranlagungsoption zum individuellen Steuersatz wählen. Diese Option sollte auch gewählt werden, wenn man sich nicht genau darüber im Klaren ist, ob der Grenzsteuersatz über oder unterhalb der 25%-Grenze liegt. Das Finanzamt ist verpflichtet, eine so genannte „Günstiger-Prüfung“ durchzuführen. Wenn sich dann herausstellt, dass der Grenzsteuersatz unter der 25%-Grenze liegt, wird automatisch der persönliche Steuersatz auf die Kapitaleinkünfte angewendet. Im umgekehrten Fall, wenn der persönliche Steuersatz über der 25%-Grenze liegt, muss die 25%-ige Abgeltungssteuer bezahlt werden.

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Muss für Kapitalerträge, die aus dem Ausland stammen, auch Abgeltungssteuer gezahlt werden?

Ja. Auch auf im Ausland erzielte Kapitalerträge wird ab 1. Januar 2009 Abgeltungssteuer erhoben. Besteht das Depot oder Konto bei einer inländischen Bank, führt diese die Abgeltungssteuer auf im Ausland erzielte Kapitalerträge automatisch an das deutsche Finanzamt ab.
Ist das Konto oder Depot im Ausland oder kommen die Kapitalerträge von einer ausländischen Bank, einer ausländischen Vorgesellschaft oder der ausländischen Tochtergesellschaft einer deutschen Bank, wird keine Abgeltungssteuer einbehalten. Der Depot- bzw. Kontoinhaber hat aber die Pflicht, seine Erträge in seiner Steuererklärung (Anlage AUS für Auslandserträge) selbst anzugeben.

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Wird Abgeltungssteuer erhoben für so genannte Finanzinnovationen (etwa Garantiezertifikate oder Zerobonds)?

Ja. Aber so genannte Finanzinnovationen zählen zu den Gewinnern der neuen Abgeltungssteuer. Denn die Abgeltungssteuer gilt auch für Käufe von Finanzinnovationen, die vor dem 1. Januar 2009 getätigt wurden. Bisher galt für diese Fälle der persönliche Einkommensteuersatz, der in der Regel über dem Abgeltungssteuersatz von 25% gelegen hat.

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Wird Abgeltungssteuer erhoben für Zinsen und Dividenden auf Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden?

Ja. Für Zinserträge und Dividenden auf Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden, wird Abgeltungssteuer fällig. Kursgewinne auf diese Wertpapiere müssen hingegen nicht versteuert werden.

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