Gibt es noch eine Spekulationsfrist?

Ja. Abgeschafft wurde lediglich die Spekulationsfrist für Wertpapiere. Für Immobilien und andere Wirtschaftsgüter nach § 23 EStG gibt es auch nach dem 1. Januar 2009 weiterhin eine Spekulationsfrist.

Bei Immobilien beträgt die Spekulationsfrist 10 Jahre (Ausnahme: selbstgenutzte Immobilien, die im Jahr ihres Verkaufs und in den beiden vorangegangenen Jahren selbst bewohnt wurden), bei anderen Wirtschaftgütern (z.B. Briefmarken, Edelmetalle, Kunstgegenstände, Devisen, Kraftfahrzeuge, Hausrat) 1 Jahr. Wird das Wirtschaftgut innerhalb der Spekulationfrist verkauft, ist ein etwaiger Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

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Gilt nach dem 1. Januar 2009 die Spekulationsfrist bei Veräußerung von Wertpapieren?

Nein, diese Regelung entfällt mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009. Es ist unerheblich, wie lange ein Wertpapier im Depot gehalten wird. So genannte Spekulationsgewinne (amtsdeutsch: „Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften“) entfallen. Beim Verkauf von Wertpapieren müssen auf die Gewinne immer Abgeltungssteuer sowie Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer auf den Abgeltungssteuerbetrag gezahlt werden.

Gut zu wissen:

  • Für Wertpapiere, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden, gilt die alte Regelung (Bestandsschutz). Das bedeutet, dass etwaige Veräußerungsgewinne nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr steuerfrei sind.
  • Altverluste aus dem Verkauf von Wertpapieren innerhalb der einjährigen Spekualtionsfrist können noch bis 2013 mit etwaigen Veräußerungsgewinnen aus Wertpapieren verrechnet werden.
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