Können Verluste aus den Jahren vor 2009 steuerlich geltend gemacht werden?

Die Anrechnung von so genannten Altverlusten, also Verlusten, die bis Ende 2008 durch den Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen innerhalb der Spekualtionsfrist entstanden sind, wird ab 2009 folgendermaßen gehandhabt:

  • Die Verrechnung von Altverlusten mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen ist nur noch bis 2013 möglich. Hierunter fallen private Veräußerungsgewinne, die durch den Verkauf von Aktien und Fondsanteilen erzielt werden. Eine Verrechnung der Altverluste mit Erträgen wie Zinsen oder Dividenden ist allerdings nicht möglich.
  • Ab 2014 ist eine Verechnung von Altverlusten nur noch mit sonstigen Veräußerungsgewinnen („Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften“) möglich. Hierunter fallen z. B. Gewinne aus Immobilienverkäufen, die innerhalb der Spekulationsfrist von 10 Jahren getätigt werden, oder von Gold, Kunst, Antiquitäten oder Wertsachen, die innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr mit Gewinn verkauft wurden.

Beispiel: Ein Anleger erwirbt im Januar 2008 Anteile an einem Aktienfonds, die er während der Finanzkrise im November 2008, also innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist, mit 10.000 Euro Verlust wieder verkauft. Im März 2009 kauft er Anteile an einem Aktienfonds (ob an dem gleichen oder einem anderen ist unerheblich), die er im Dezember 2013 mit 10.000 Euro Gewinn verkauft. Die Verluste aus 2008 kann er mit den Gewinnen aus 2013 verrechnen, den Gewinn also steuerfrei einstreichen. Hätte er die Anteile im Januar 2014 verkauft, würden auf den Gewinn 2.500 Euro Abgeltungssteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer fällig.

Wichtig: Um in den „Genuss“ des Übertrags von Altverlusten zu kommen, müssen diese im Jahr ihrer Entstehung in der Steuererklärung angegeben werden (im Beispiel also in der Steuererklärung für 2008). Dafür erteilt der Fiskus einen so genannten Verlustfeststellungsbescheid.

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