Abgeltungssteuer-Angst wirkt schon

„Das Dauerfeuer der vergangenen Monate hat etwas genutzt“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) heute einen Sprecher der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors. Gemeint sind die Werbeaktionen der Finanzindustrie mit Blick auf die Einführung der Abgeltungssteuer. Im April 2008 investierten Anleger 2,9 Mrd. Euro mehr in Aktienfonds als sie aus diesen Wertpapieren abzogen. Diese Daten meldet der BVI (Bundesverband Investment und Asset Management). Danach legten die viel beworbenen Dachfonds 1,6 Mrd. Euro und Mischfonds 0,7 Mrd. Euro zu.

Lohnen wird sich dieses Investment vor allem für Anleger, die langfristig in Fonds, etwa für ihre Altersvorsorge oder für ihre Kinder, investieren. Das ergibt sich jedenfalls aus den Daten, die der Darmstädter Finanzwissenschaftler Frank-Peter Hopp, ebenfalls in der heutigen Print-Ausgabe der FAZ, zur so genanten „Buy-and-hold“-Strategie veröffentlicht. Die Idee des „Kaufen-und Liegenlassen“: Die Rendite einer breit gestreuten Aktienanlage nähert sich bei längerer Haltedauer der Wertpapiere der langfristigen Durchschnittsrendite am Aktienmarkt an. Mit anderen Worten: Es zahlt sich aus, Aktien (oder Fonds) lange zu halten.

Hopp legt historische Zahlenreihen vor, nach denen ab einer Haltedauer von über 25 Jahren die Renditen nur noch gering um den Mittelwert schwanken. Der Experte rät für eine langfristige Anlagestrategie sowohl zum Kauf von aktiv gemanagten Aktienfonds als auch zu Indexfonds (ETFs), die passiv einen Index abbilden und über die Börse ohne Ausgabeaufschlag (und damit ohne Renditeeinbußen) gekauft werden können.

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