Abgeltungssteuer – Bundeskabinett kneift

Unangenehm überrascht wurde die Fondsbranche heute in Berlin. Das Bundeskabinett kniff und beschäftigte sich, anders als zunächst geplant, doch nicht mit dem Jahressteuergesetz 2009. Offenbar liegt das daran, dass die Einführung einer Steuerpflicht für so genannte Streubesitzdividenden bei Unternehmen noch strittig ist, meldet Börse Online.
Fondssparer und Zertifikatefondsbesitzer müssen weiter auf eine Entscheidung warten, wie ihre Wertpapieranlagen steuerlich behandelt werden. Denn im Jahressteuergesetz geht es auch darum, ob Fondssparer künftig von der Abgeltungssteuer verschont bleiben und wie Zertifikatefonds künftig besteuert werden.

Nach derzeitigem Stand zählen Fondssparpläne und Zertifikatefonds zu den Verlierern der Abgeltungssteuer. Bei den Sparplänen werden Gewinne ab 2009 in der Regel höher besteuert als zuvor. Langfristiges Sparen zum Aufbau eines weiteren Standbeins bei der privaten Altersvorsorge dürfte deshalb unter erheblichen Renditeeinbußen leiden. Zertifikatefonds benachteiligt der dem Bundeskabinett vorliegende Referentenentwurf gegenüber anderen Investmentfonds. Sie sollen ihren Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer verlieren. Demnach zahlen Anleger künftig auf im Fonds realisierte Kursgewinne aus Zertifikaten selbst dann die neue Abgabe, wenn sie die Fondsanteile noch in diesem Jahr erwerben. Für Investmentfondsanteile gilt hingegen Steuerfreiheit, wenn sie noch im Jahr 2008 erworben und länger als ein Jahr gehalten werden.

Neuer Termin für eine Behandlung des Jahressteuergesetzes und damit der Abgeltungssteuerproblematik im Bundeskabinett soll der 18. Juni 2008 sein.

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